DRESSURÜBUNGEN IM GELÄNDE – ABWECHSLUNG IM ALLTÄGLICHEN PFERDETRAINING

Das alltägliche Training mit deinem Pferd kann in Anbetracht begrenzter Zeitfenster, den räumlichen Begebenheiten und dem Wetter vor allem eines werden: Eintönig. Gerade Besitzer von Pferden mit speziellen Anforderungen und Bedürfnissen sehen sich mit einer großen Herausforderung konfrontiert: Wie trainiere ich meinen Schützling abwechslungsreich und aufbauend? Wir geben dir hier mehrere Dressurübungen für ein aufbauendes Pferdetraining an die Hand. Diese Lektionen können auch bei nervösen oder aufgeregten Pferden helfen, sich zu entspannen und loszulassen. 

Dressurübungen im Gelände:

Wenn die Reithalle belegt und der Platz überschwemmt ist, weichen viele Reiter ins Gelände aus. Ein Ausritt kann aber noch viel abwechslungsreicher gestaltet werden als gedacht: Dressur- und Geschicklichkeitsübungen fördern nicht nur die Balance und die Kraft deines Pferdes. Auch Kondition, Vertrauen und Koordination werden entwickelt. Hinzu kommt, dass die meisten Pferde im Gelände von sich aus etwas fleißiger gehen. Dies kann ausgenutzt werden – Nimm den erhöhten Schwung und die Aufmerksamkeit mit in die verschiedenen Lektionen. Wichtig ist, dass du wie bei einer normalen Trainingseinheit vorgehst: Investiere 10 Minuten in das Aufwärmen im Schritt, löse danach dein Pferd 10 Minuten im Trab – achte dabei auf ein gutes Vorwärts-Abwärts-Reiten und lasse die Dehnungshaltung deines Pferdes zu. Danach kannst du in 20 Minuten unsere fördernden und stärkenden Übungen durchführen. Gib deinem Pferd im Anschluss wenigstens 10 Minuten die Möglichkeit, sich im Schritt, am langen Zügel zu akklimatisieren. Rückwärtsrichten Bergauf Eine gute Dressurübung zur Kräftigung der Kniemuskulatur und der Hinterhand ist das Rückwärtsrichten bergauf. Hier sollte unbedingt auf einen rutschfesten und ebenen Boden geachtet werden. Diese Lektion ist sehr anspruchsvoll und muss zunächst Stück für Stück erarbeitet werden. Grundsätzlich ist wichtig, dass das Rückwärtsrichten auf geradem Boden einwandfrei funktioniert, bevor du es bergauf probierst.

Kraftanspruch für das Pferd: hoch Anspruch an den Reiter: hoch Bitte beachten: rutschfester, trockener Boden, erst auf geradem Boden üben Förderung von: Kraftentwicklung der Hinterhand, Mobilisation der Gelenke, Aufbau Kruppenmuskulatur

Geschicklichkeitspfade Abgebrochene Äste auf dem Boden, schmale Wege, Pfützen und alles, worüber dein Pferd die Beine heben muss, sind eine gute Möglichkeit Koordination und Geschicklichkeit zu fördern. Die Hinterhand wird, wie bei der Stangen- oder Cavalettiarbeit, aktiviert und mobilisiert. Geh mit Ruhe und Geduld an die Hindernisse heran, lass dein Pferd die am Boden liegenden Gegenstände begutachten. Bereite es darauf vor, dass beim Berühren eines großen Astes, womöglich ein Rascheln durch die daranhängenden Blätter entstehen kann. Auch das Seitwärts über einen querliegenden Stamm ist eine schöne Dressurübung zur gymnastischen Aufwärmung im Gelände.

Kraftanspruch für das Pferd: mittel Anspruch an den Reiter: mittel Bitte beachten: Vorbereitung auf Rascheln und Geräusche, Hindernisse sollten möglichst fest sein Förderung von: Koordination, Aufmerksamkeit, Balance

Klettern Das Klettern auf Hügel unterliegt auch hier den Grundsätzen: Sicherer Untergrund, sichere Umgebung. Für dieses Training kannst du Erdhaufen oder ganze Hügel nutzen. Fang mit unerfahrenen Pferden mit kleinen Steigungen an und arbeite dich dann Schritt für Schritt an anspruchsvollere Kletterhügel heran. Oft kann es hilfreich sein, die Übungen erst vom Boden aus zu üben, um deinem Pferd den ungewohnten Kletterweg zu zeigen. Diese Lektion schult gleichermaßen Koordination, Kraft und Ausdauer deines Pferdes. Außerdem wird Trittsicherheit, Vertrauen und Mut gefördert. 

Kraftanspruch für das Pferd: mittel Anspruch an den Reiter: mittel Bitte beachten: rutschfester Boden Förderung von: Schubkraft der Hinterhand, Muskulaturaufbau, Mut

Hangbahntraining Nicht nur Ingrid Klimke auch diverse andere Reiter und Trainer nutzen das Training am Berg zur Mobilisation von Muskulatur, Balance und Schubkraft. Die Trainingsmöglichkeiten sind sehr vielfältig. So können Übergänge an der Steigung sowohl bergauf als auch bergab durchgeführt werden. Dein Pferd entwickelt, gerade beim Bergaufreiten, Schubkraft und Schwung aus der Hinterhand. Beim Bergabreiten wird vor allem auch die Tragkraft der Hinterhand gefördert. Dein Pferd lernt dabei, sich mit seinem Schwerpunkt dem Gelände anzupassen und sich auf unterschiedlichen Steigungsebenen  auszubalancieren.

Kraftanspruch für das Pferd: mittel Anspruch an den Reiter: mittel Bitte beachten: rutschfester Boden Förderung von: Schub- und Tragkraft, Balance 

Schlangenlinien Nicht nur eine effektive Dressurübung auf dem Reitplatz – sondern auch im Gelände eine abwechslungsreiche Trainingseinheit. Büsche, Bäume und Pfützen sind deine Pylonen und Gassen, die es in Schlangenlinien zu umreiten gilt. Häufige Handwechsel, Übergänge und viele gebogene Linien fördern die Losgelassenheit deines Pferdes und trainieren Konzentration sowie Balance. Du kannst mit dieser Übung auch das Annehmen deiner Kreuz- und Schenkelhilfen überprüfen

Kraftanspruch für das Pferd: niedrig Anspruch an den Reiter: niedrig Bitte beachten: Vorsicht vor herunterhängenden Ästen Förderung von: Losgelassenheit, Konzentration

Übergänge und Tempiwechsel Effektive Lektionen zur Förderung der Losgelassenheit sind das Reiten von Übergangen und der Wechsel von verschiedenen Tempis innerhalb einer Gangart. Nicht nur im Viereck gelten sie als Grundstein der Arbeitsphase, auch im Gelände kann dich das Reiten von Übergängen effektiv auf die nächsten Lektionen vorbereiten. Gerade während des Reitens von Steigungen oder Gefällen ist diese Dressurübung recht anspruchsvoll. Die Übergange Trab-Schritt-Trab oder Schritt-Halten-Schritt ist während des Bergaufreitens sehr effektiv und anspruchsvoll. Dein Pferd nimmt dabei vermehrt Last mit der Hinterhand auf und entwickelt Schubkraft. 

Kraftanspruch für das Pferd: mittel  Anspruch an den Reiter: niedrig Bitte beachten: rutschfester und sicherer Boden Förderung von: Muskulaturaufbau der Hinterhand, Mobilisation

Übungen im leichten Sitz Auch du als Reiter kannst während deiner Dressureinheit im Gelände etwas für dich und die Mobilisation deines Sitzes, deiner Koordniation und deiner Kraft tun. Begegnen dir tiefhängende Äste auf deinem Ausritt, kannst du, durch das Vorlehnen deinen leichten Sitz verbessern. Wichtig dabei ist, dass deine Waden, am Pferdeleib ruhig liegen bleiben und es umschließen. Dein Absatz federt im Steigbügel mit – deine Hände ruhig über dem Widerrist. Dein Oberkörper sollte trotz des Nachvornlehnens ausbalanciert über dem Pferdekörper sein. Versuche dein Gleichgewicht zu verbessern, in dem du immer wieder zwischen den verschiedenen Sitzarten wechselst. Vom leichten Sitz zum Entlastungssitz, vom Gelände- zum Springsitz uns so weiter. Wenn du diese Übung im Schritt gut beherrschst, kannst du die Gangart erhöhen und dann auch hier dein Gleichgewicht überprüfen.

Kraftanspruch für das Pferd: leicht Anspruch an den Reiter: hoch Bitte beachten: erst im Schritt dann im Trab/Galopp üben Förderung von: Gleichgewicht des Reiters, Sitzschulung

Bitte achte auf ausreichende Sicherheit und Schutz für dich und dein Pferd im Gelände. Du solltest immer einen Helm, festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung tragen. Achte auf eine komplette und mangelfreie Ausrüstung deines Pferdes. Vergiss auch im Gelände nicht, nachzugurten. Begegne Spaziergängern und anderen Reitern freundlich und grundsätzlich immer langsam. Wenn du diese Dinge beachtest, steht deiner nächsten Trainingseinheit im Gelände nichts mehr im Wege. Merke: Nachteile gibt es nicht – man muss sich alles nur zu Nutze machen! Wie du dein Training zukünftig auch ohne Reitlehrer überwachen kannst und wie du Lahmheiten bei deinem Pferd vorbeugst, erfährst du hier.  

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