{"id":390,"date":"2015-12-15T15:44:43","date_gmt":"2015-12-15T14:44:43","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.dlv-pferd.de\/?p=390"},"modified":"2025-01-27T11:07:09","modified_gmt":"2025-01-27T11:07:09","slug":"heu-als-wichtigstes-futtermittel-verstehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dlv-pferd.de\/?p=390","title":{"rendered":"HEU MACHT PFERDE FETT!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Nicht. Wenn eins in der Pferdef\u00fctterung klar sein sollte, dann das: Heu macht nicht fett. Heu geh\u00f6rt zu den Futtermitteln mit dem h\u00f6chsten Rohfaserbestandteilen und dient einer gesunde Darmflora, Zahnabrieb und der t\u00e4glichen Besch\u00e4ftigung der Pferde. Laut der HorseFuturePanel f\u00fchlen sich nur 14,9% der Pferdehalter und -besitzer sehr gut \u00fcber das Thema F\u00fctterung informiert!&nbsp;Erschreckende Zahlen, wenn bedacht wird, dass die F\u00fctterung und Haltung doch den gr\u00f6\u00dften Teil zur Gesunderhaltung des Pferdes beitr\u00e4gt.&nbsp;<\/strong><\/p>\n<h4>VORTEILE \u00dcBER VORTEILE &#8211; HEU UND DIE ROHFASERN<\/h4>\n<p>Der Rohfaser-Anteil ist die Menge an schwer- und unverdaulichen Nahrungsbestandteilen, welche nach der Aufnahme und Verdauung mit verd\u00fcnnten S\u00e4uren und Laugen im Magen zur\u00fcck bleibt. Durch den Rohfaseranteil im Heu kommt es automatisch zu einem gr\u00f6\u00dferen Volumen der Nahrungsmenge. Dadurch werden vom Organismus des Pferdes mehr Verdauungss\u00e4fte produziert und in den Magen-Darm-Trakt abgegeben. Dies f\u00fchrt dazu, dass&nbsp;die Nahrung l\u00e4nger im Magen bleibt und das S\u00e4ttigungsgef\u00fchl&nbsp;erh\u00f6ht wird. Au\u00dferdem &nbsp;ben\u00f6tigen die Massen an Darmbakterien im Pferdemagen eine N\u00e4rstoffquelle. Und diese ist: Richtig! Die Rohfasern.Haben diese Bakterien keine oder nur ungen\u00fcgende N\u00e4hrstoffquellen, kommt es zu Milieuver\u00e4nderngen im Darm, die zu Toxinbildungen, Schleimhautsch\u00e4den und Hufrehe f\u00fchren k\u00f6nnen. Rohfasern im Heu sorgen f\u00fcr eine normalisierung der Darmfunktion und regen die Ausscheidung vin Gallens\u00e4uren und unerw\u00fcnschten Stoffen an.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich ist der Pferdemagen auf Strukturstoffe ausgelegt und ben\u00f6tigt eben hier eine kontinuierliche Aufnahme dessen.<\/p>\n<p>Das Heu dient den Pferden ferner als t\u00e4gliches Besch\u00e4ftigungsmaterial und zur grunds\u00e4tzlichen S\u00e4ttigung. Es ist sehr kaubed\u00fcrftig und f\u00f6rdert so den nat\u00fcrlichen und wichtigen Zahnabrieb.<\/p>\n<h4>WIE SIEHT ES AUS &#8211; DAS GUTE HEU?<\/h4>\n<p>Heu f\u00fcr Pferde sollte immer aus mehreren Gr\u00e4serarten (z.B. Weidelgras, Wiesenrispe), Kr\u00e4utern (z.B. L\u00f6wenzahn, Hahnenfu\u00df) und Leguminosen (H\u00fclsenfr\u00fcchtler) bestehen. Es gibt den ersten, zweiten und dritten Schnitt. F\u00fcr Pferde ist der erste Schnitt am besten geeignet, welcher Mitte bzw. Ende der Gr\u00e4serbl\u00fcte erfolgt. In dieser Zeit enthalten die Pflanzen noch teilweise Samen und&nbsp;wertvolle Pflanzenstoffe. Die Heuschnitte danach sind meist zu eiwei\u00dfreich und strukturarm. Au\u00dferdem weisen sie einen erh\u00f6hten Staubanteil auf.<\/p>\n<p>Allerdings sollte zwischen guten und schlechten Rohfaseranteilen unterschieden werden. Stroh enth\u00e4lt sogar 35 % mehr strukturierte Rohfaser als Heu, was es besonders als Besch\u00e4ftigungsmaterial auszeichnet. Allerdings besteht diese Rohfaser \u00fcberwiegend aus unverdaulichem Lignin, was den sogenannten Futterwert senkt und dadurch die Pferde zunehmen l\u00e4sst. Stroh enth\u00e4lt nur wenig Protein, was aber kein Nachteil ist, da heutige&nbsp;Pferderationen ohnehin meist zu viel Eiwei\u00df enthalten. Stroh weist etwa 40 % weniger Energie als Heu auf. Diese Energie k\u00f6nnte beispielsweise mit Kraftfutter ausgeglichen werden.<\/p>\n<h4><strong>PORTIONIERUNG DES HEUS<\/strong><\/h4>\n<p>Durch den Trend, Pferden m\u00f6glichst viel Heu zur freien Verf\u00fcgung zu stellen, hat sich die Heumenge in manchen St\u00e4llen teilweise verdoppelt und Gaben bis zu 1,5 bis 1,8 Kilogramm je 100kg K\u00f6rpergewicht am Tag sind keine Seltenheit. Der Vorteil der Heuf\u00fctterung liegt nicht nur in der Besch\u00e4ftigung des Pferdes sondern auch darin, dass das Pferd durch die Energieversorgung mit Heu einen viel geringeren Kraftfutterbedarf hat. So kann auf die F\u00fctterung von st\u00e4rkelastigen, gerste-, mais-, weizen- oder dinkelreichen M\u00fcslis zugunsten der Rohfaser verzichtet werden.<\/p>\n<p>Als Faustregel gilt: Mindestens 0,5-1kg Raufutter je 100 kg K\u00f6rpermasse sollte t\u00e4glich verf\u00fcttert werden. Entscheidend dabei ist allerdings auch die t\u00e4gliche Portionierung der Gesamtmenge. Der Pferdemagen produziert durchgehend Magens\u00e4ure, welche bei zu langen Fresspausen die Magenschleimh\u00e4ute angreifen kann. Dies kann dann zu Koliken und Magengeschw\u00fcren f\u00fchren. Eine M\u00f6glichkeit die Fresszeiten der jeweiligen Portionen&nbsp;zu verl\u00e4ngern sind beispielsweise Heunetze, Heuraufen mit Netzen, Futterkarusselle o.\u00e4. Mit diesen M\u00f6glichkeiten setzen wir uns zu einem sp\u00e4teres Zeitpunkt in einem eigenen Artikel noch auseinander.<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die M\u00f6glichkeit Heu ad libitum, also Heu zur freien Verf\u00fcgung, 24 Stunden am Tag anzubieten, kommt dem nat\u00fcrlichen Fressverhalten der Pferde am n\u00e4chsten. Allerdings muss hier auf wirklich rohfaserreiches und zuckerarmes Heu, ausreichend Bewegung der Pferde und m\u00f6glichst wenig Kraftfutterzufuhr geachtet werden.<\/p>\n<p>Auch im Sommer, wenn Pferden auf Koppeln und Wiesen ausreichend frisches Gras zur Verf\u00fcgung steht, sollte Heu immer mit angeboten werden, um gen\u00fcgend strukturiertes Futter einbringen zu k\u00f6nnen, da der Rohfasergehalt bei kurzem, sich im Aufwuchs befindlichen Grad sehr niedrig ist.<\/p>\n<h4><strong>LAGERUNG DES HEUS<\/strong><\/h4>\n<p>Auch bei der Heulagerung ist einiges zu beachten, um qualitativ hochwertiges Raufutter anbieten zu k\u00f6nnen. Das Heu darf keinesfalls w\u00e4hrend der Schwitzphase, einem Zeitrahmen von etwa sechs bis acht Wochen verf\u00fcttert werden. Danach tritt die Keimruhe ein, vorhandene Mikroorganismen verkapseln sich oder sterben ab. Das Heu kann nicht mehr g\u00e4ren und kann dann verf\u00fcttert werden. Das Heu darf nicht zu feucht sein, da dies Schimmelpilze und N\u00e4hrstoffverluste mit sich bringt. Je l\u00e4nger das Heu allerdings gelagert wird, desto h\u00f6her steigt der Staubanteil im Heu.<\/p>\n<p>Zusammenfassend kann angebracht werden, dass gutes, hochwertiges Heu ein Muss in jedem Pferdebetrieb sein sollte. Wichtig dabei ist allerdings auch, lange Fresspausen unbedingt zu vermeiden und&nbsp;ausreichend, aber nicht zu wenig Heu anzubieten. Die richtige F\u00fctterung ist die Grundlage f\u00fcr die Gesunderhaltung Ihrer Sch\u00fctzlinge.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht. Wenn eins in der Pferdef\u00fctterung klar sein sollte, dann das: Heu macht nicht fett. 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Dies f\u00fchrt dazu, dass&nbsp;die Nahrung l\u00e4nger im Magen bleibt und das S\u00e4ttigungsgef\u00fchl&nbsp;erh\u00f6ht wird. Au\u00dferdem &nbsp;ben\u00f6tigen die Massen an Darmbakterien im Pferdemagen eine N\u00e4rstoffquelle. Und diese ist: Richtig! Die Rohfasern.Haben diese Bakterien keine oder nur ungen\u00fcgende N\u00e4hrstoffquellen, kommt es zu Milieuver\u00e4nderngen im Darm, die zu Toxinbildungen, Schleimhautsch\u00e4den und Hufrehe f\u00fchren k\u00f6nnen. Rohfasern im Heu sorgen f\u00fcr eine normalisierung der Darmfunktion und regen die Ausscheidung vin Gallens\u00e4uren und unerw\u00fcnschten Stoffen an. Grunds\u00e4tzlich ist der Pferdemagen auf Strukturstoffe ausgelegt und ben\u00f6tigt eben hier eine kontinuierliche Aufnahme dessen. Das Heu dient den Pferden ferner als t\u00e4gliches Besch\u00e4ftigungsmaterial und zur grunds\u00e4tzlichen S\u00e4ttigung. Es ist sehr kaubed\u00fcrftig und f\u00f6rdert so den nat\u00fcrlichen und wichtigen Zahnabrieb. WIE SIEHT ES AUS &#8211; DAS GUTE HEU? Heu f\u00fcr Pferde sollte immer aus mehreren Gr\u00e4serarten (z.B. Weidelgras, Wiesenrispe), Kr\u00e4utern (z.B. L\u00f6wenzahn, Hahnenfu\u00df) und Leguminosen (H\u00fclsenfr\u00fcchtler) bestehen. Es gibt den ersten, zweiten und dritten Schnitt. F\u00fcr Pferde ist der erste Schnitt am besten geeignet, welcher Mitte bzw. Ende der Gr\u00e4serbl\u00fcte erfolgt. In dieser Zeit enthalten die Pflanzen noch teilweise Samen und&nbsp;wertvolle Pflanzenstoffe. Die Heuschnitte danach sind meist zu eiwei\u00dfreich und strukturarm. Au\u00dferdem weisen sie einen erh\u00f6hten Staubanteil auf. Allerdings sollte zwischen guten und schlechten Rohfaseranteilen unterschieden werden. Stroh enth\u00e4lt sogar 35 % mehr strukturierte Rohfaser als Heu, was es besonders als Besch\u00e4ftigungsmaterial auszeichnet. Allerdings besteht diese Rohfaser \u00fcberwiegend aus unverdaulichem Lignin, was den sogenannten Futterwert senkt und dadurch die Pferde zunehmen l\u00e4sst. Stroh enth\u00e4lt nur wenig Protein, was aber kein Nachteil ist, da heutige&nbsp;Pferderationen ohnehin meist zu viel Eiwei\u00df enthalten. Stroh weist etwa 40 % weniger Energie als Heu auf. Diese Energie k\u00f6nnte beispielsweise mit Kraftfutter ausgeglichen werden. PORTIONIERUNG DES HEUS Durch den Trend, Pferden m\u00f6glichst viel Heu zur freien Verf\u00fcgung zu stellen, hat sich die Heumenge in manchen St\u00e4llen teilweise verdoppelt und Gaben bis zu 1,5 bis 1,8 Kilogramm je 100kg K\u00f6rpergewicht am Tag sind keine Seltenheit. Der Vorteil der Heuf\u00fctterung liegt nicht nur in der Besch\u00e4ftigung des Pferdes sondern auch darin, dass das Pferd durch die Energieversorgung mit Heu einen viel geringeren Kraftfutterbedarf hat. So kann auf die F\u00fctterung von st\u00e4rkelastigen, gerste-, mais-, weizen- oder dinkelreichen M\u00fcslis zugunsten der Rohfaser verzichtet werden. Als Faustregel gilt: Mindestens 0,5-1kg Raufutter je 100 kg K\u00f6rpermasse sollte t\u00e4glich verf\u00fcttert werden. Entscheidend dabei ist allerdings auch die t\u00e4gliche Portionierung der Gesamtmenge. Der Pferdemagen produziert durchgehend Magens\u00e4ure, welche bei zu langen Fresspausen die Magenschleimh\u00e4ute angreifen kann. Dies kann dann zu Koliken und Magengeschw\u00fcren f\u00fchren. Eine M\u00f6glichkeit die Fresszeiten der jeweiligen Portionen&nbsp;zu verl\u00e4ngern sind beispielsweise Heunetze, Heuraufen mit Netzen, Futterkarusselle o.\u00e4. Mit diesen M\u00f6glichkeiten setzen wir uns zu einem sp\u00e4teres Zeitpunkt in einem eigenen Artikel noch auseinander. &nbsp; Die M\u00f6glichkeit Heu ad libitum, also Heu zur freien Verf\u00fcgung, 24 Stunden am Tag anzubieten, kommt dem nat\u00fcrlichen Fressverhalten der Pferde am n\u00e4chsten. Allerdings muss hier auf wirklich rohfaserreiches und zuckerarmes Heu, ausreichend Bewegung der Pferde und m\u00f6glichst wenig Kraftfutterzufuhr geachtet werden. Auch im Sommer, wenn Pferden auf Koppeln und Wiesen ausreichend frisches Gras zur Verf\u00fcgung steht, sollte Heu immer mit angeboten werden, um gen\u00fcgend strukturiertes Futter einbringen zu k\u00f6nnen, da der Rohfasergehalt bei kurzem, sich im Aufwuchs befindlichen Grad sehr niedrig ist. LAGERUNG DES HEUS Auch bei der Heulagerung ist einiges zu beachten, um qualitativ hochwertiges Raufutter anbieten zu k\u00f6nnen. Das Heu darf keinesfalls w\u00e4hrend der Schwitzphase, einem Zeitrahmen von etwa sechs bis acht Wochen verf\u00fcttert werden. Danach tritt die Keimruhe ein, vorhandene Mikroorganismen verkapseln sich oder sterben ab. Das Heu kann nicht mehr g\u00e4ren und kann dann verf\u00fcttert werden. Das Heu darf nicht zu feucht sein, da dies Schimmelpilze und N\u00e4hrstoffverluste mit sich bringt. Je l\u00e4nger das Heu allerdings gelagert wird, desto h\u00f6her steigt der Staubanteil im Heu. Zusammenfassend kann angebracht werden, dass gutes, hochwertiges Heu ein Muss in jedem Pferdebetrieb sein sollte. Wichtig dabei ist allerdings auch, lange Fresspausen unbedingt zu vermeiden und&nbsp;ausreichend, aber nicht zu wenig Heu anzubieten. 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